Mahmudul Haque
Die Normalität war ein
neuer und angenehmer Partner der Stadtmaleridee geworden. Diese
Alltäglichkeit, das Kennen der Fähigkeiten und Wesenszüge des Künstlers, die
im letzten Jahr des alten Jahrtausends die Qualität der Zusammenarbeit mit
dem Stadtmaler bestimmen, sollten im Jahr 2000 die unbekannten Variablen der
Stadtmaleraktivitäten sein. Motiviert durch meine Reisen ins ferne
Bangladesch und die dort entstandene Freundschaft mit der
in Dhaka und Waltrop lebenden Künstlerin Ilse Hilpert entwickelte sich eine
neue Qualität des Stadtmalerprojekts. Durch das hohe persönliche Engagement
aller Beteiligten, die finanzielle Unterstützung neuer interessanter
Sponsoren, die Hilfe des Auswärtigen Amtes, der Botschaften der VR
Bangladesch in Berlin sowie der Botschaft der Bundesrepublik in Dhaka und
des Kulturfonds der Stadt Waltrop gelang es, den Rektor der Kunstakademie
Dhaka, Prof. M. Haque, als Stadtmaler zu verpflichten.
Das Experiment, einen Künstler aus einem für uns größtenteils unbekannten
Kulturkreis als Stadtmaler einzuladen, kann aus heutiger Sicht als geglückt
bezeichnet werden. Die künstlerischen, kunstpädagogischen und menschlichen
Qualitäten Haques ließen unsere Entscheidung für ihn, zu einem Glücksfall
für das Projekt werden. Er verstand es auf eine unvergleichliche Art
innerhalb und außerhalb der Schule und der Stadt Menschen für sich und die
Kunst zu gewinnen. Kunstkurse verschiedener Jahrgänge frequentierten sein
Atelier, setzten sich mit seiner Kunst auseinander, erlauschten „Weisheiten
eines Kunstbesessenen“ und entwickelten dabei eigene bildnerische und
darstellerische Ausdrucksformen vom abstrakten Bild bis zum zweistündigen
Theaterstück. Viele Erlebnisse, Kontakte, Empfänge und Geschichten aus dem
dreiwöchigen Aufenthalt Haques im November ließen sich festhalten. An dieser
Stelle soll nur eine kleine Auswahl verdeutlichen, dass der Stadtmaler des
Jahres 2000 das Projekt Stadtmaler nachhaltig bereicherte -
Atelierausstellung, Empfang und Ansprache des Stadtmalers zur Ratssitzung,
Ausstellung gemeinsam mit Schülerarbeiten beim RP in Münster, „Bengalischer
Abend“ zum 10-jährigen Jubiläum der Gesamtschule Waltrop, sowie die
Ausstellung in der Städtischen Galerie Lünen.